Strombedarf bisher

Das Programm geht davon aus, dass alle bisherigen elektrischen Anwendungen von der ICE-Lokomotive bis zum Handy auch nach Umstellung auf Erneuerbare Energien weiterhin elektrisch betrieben werden. Ihr derzeitiger Verbrauch ist gut bekannt. Eine vorhergesehene zukünftige Verbesserung des Wirkungsgrades der konventionellen Kraftwerke kann zwar eingegeben werden. Dadurch ändert sich allerdings nicht der Strombedarf, sondern nur der Primärenergieverbrauch.

Eine voraussichtliche Verbesserung des Wirkungsgrades bei den Elektromaschinen, Informationstechniken und Beleuchtungskörpern kann ebenfalls eingegeben werden, aber weiter unten am Schieberegler "Strom-Minder-/Mehrverbrauch".

Der Primärenergieverbrauch (PEV) bei der Stromerzeugung stimmt nicht überein mit der im erzeugten Strom enthaltenen Nutzenergie. Der Grund liegt darin, dass bei der Umwandlung von fossilen oder nuklearen Brennstoffen ein Teil der im Brennstoff steckenden Wärme als Wärmeverlust an die Umgebung abgegeben wird. Die verbrauchte Primärenergie, z.B. als Kohle oder Erdgas ist also größer als die gewonnene elektrische Nutzenergie.

Primärenergieverbrauch der Erneuerbaren Energien nach Substitutionsmethode oder Wirkungsgradmethode?

Bisweilen soll der Primärenergieverbrauch verschiedener Stromerzeugungsmethoden miteinander verglichen werden. Dabei stellt sich das Problem, wie z.B. der Primärenergieverbrauch der Photovoltaik oder der Windenergie angegeben wird. Ein ähnliches Problem ergibt sich bei der Kernenergie.

Zwei Methoden überwiegen. Bei der "Wirkungsgradmethode" wird entsprechend dem Vorgehen bei internationalen Organisationen (IEA, EUROSTAT, ECE) angenommen, dass zur Stromerzeugung der Energiegehalt der eingesetzten Kernenergie zu 33 %, der Wasser- und Windkraft und der Photovoltaik zu 100 % genutzt wird. Bei der bis 1994 in Deutschland angewendeten Substitutionsmethode wurde angenommen, dass der Strom aus den oben genannten Energiequellen entsprechende Stromerzeugung in konventionellen Wärmekraftwerken ersetzt (substituiert). Die Substitutionsmethode nimmt den damals üblichen durchschnittlichen Wirkungsgrad von fossilen Kraftwerken an und nennt als Primärenergiebedarf der Windenergie die Menge an Kohle, die in einem Kohlekraftwerk die entsprechende Strommenge ergeben hätte.

Die nunmehr gültige Wirkungsgradmethode nennt für die Kernenergie einen etwas höheren Primärenergieverbrauch, als die Substituionsmethode, weil der Wirkungsgrad von fossilen Kraftwerken höher liegt als der von Atomkraftwerken. Bei den Erneuerbaren Energien nennt die Wirkungsgradmethode einen fast um den Faktor drei kleineren Primärenergieverbrauch als die Substitutionsmethode.

Beim Energiewenderechner findet weder die eine noch die andere Methode Anwendung, weil der Vergleich nicht zwischen den bereitgestellten Erneuerbaren Energien "Endenergie-Erträge" und dem "bisherigen Endenergiebedarf" stattfindet, sondern zwischen den bereitgestellten "Endenergie-Erträgen" und dem "zukünftigen Endeenergie-Bedarf" der bereits in Strom ausgedrückt ist.


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